
Tumorzellen sind in der Lage, sich aus dem Gewebeverband zu lösen und sich über das Blutgefäß- und Lymphsystem im Körper zu verteilen.
Krebsgeschwüre können in andere Organe einwachsen und sie in Ihrer Funktion beeinträchtigen oder sie ganz zerstören.
Bösartige Tumoren können Botenstoffe produzieren, die das Immunsystem des Patienten schwächen.Was ist Krebs und wie entsteht er?
Jeder Organismus besteht aus einem harmonischen Gefüge von Zellen, die jeweils eine bestimmte Funktion an einem bestimmten Ort besitzen. Krebs entsteht, wenn sich irgendeine Zelle im Körper der strengen Kontrolle von Wachstum, Größe und Beweglichkeit entzieht, sich ungehemmt zu vermehren beginnt und Abkömmlinge produziert, die in umliegende Gewebe eindringen können.Diesem Invasionsstadium kann, wenn sich die entarteten Zellen über die Lymph- und Blutbahnen ausbreiten, die Metastasierung, d.h. die Bildung von Tochtergeschwülsten, folgen.
Rund einhundert verschiedene Krebsarten sind beim Menschen bekannt, und alle unterscheiden sich voneinander, z. B. bezüglich des Durchschnittsalters, in dem sie auftreten, der Wachstumsgeschwindigkeit und der Neigung zu Tochtergeschwülsten. Zudem sind bis heute viele Faktoren bekannt, die bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen, und viele weitere Faktoren stehen zumindest unter dem Verdacht, ebenfalls zur Bildung von Krebs beizutragen.
Es ist deshalb eher fraglich, ob jemals eine einzige Hauptursache für die Entstehung von Krebs gefunden werden wird, obgleich es sicher allgemeine Mechanismen gibt, die zu dieser Krankheit führen. Ein Faktor jedoch ist bei der Entwicklung jeder Krebsart entscheidend: das Immunsystem.
Krebs und das Immunsystem
Das Immunsystem ist unser körpereigenes Abwehrsystem gegen schädigende Erreger, wie z.B. Bakterien, Pilze und Viren, aber auch gegen Zellen, die entartet sind und sich unkontrolliert teilen. Jeden Tag in unserem Leben entstehen durchschnittlich 8 bösartige Zellwucherungen im Körper. Trotzdem entsteht durchschnittlich auf 200 menschliche Lebensjahre nur 1 Krebs. Das zeigt, dass das menschliche Immunsystem nahezu alle Zellen erkennt und vernichtet, die Veränderungen aufweisen, aus denen sich Krebs entwickeln könnte.Dennoch kann es passieren, dass unser Immunsystem diese Zellen gerade aufgrund ihrer Veränderung nicht erkennt. Zudem können Tumoren ab einer gewissen Größe Botenstoffe produzieren, die zu einer Schwächung des Immunsystems führen. Deshalb ist bei einem Großteil der Patienten mit Krebserkrankungen das Immunsystem geschwächt. Aufgrund dieser Erkenntnis versuchen Ärzte, durch Medikamente, Vitamine und Spurenelemente, aber auch durch komplementärmedizinische Behandlungsformen das Immunsystem von Krebspatienten zu stärken.
Durch intensive Forschung ist das Wissen um das Immunsystem, die einzelnen Faktoren und Zelltypen, die eine entscheidende Rolle in der Abwehr schädlicher Erreger oder Zellen spielen, in den letzten Jahren stark gewachsen. Heute versteht man weitaus mehr von den Zellen des Immunsystems als noch vor 10 Jahren. Unter anderem weiß man, dass eine ganz besondere Rolle in diesem System den dendritischen Zellen zukommt.