Naturheilzentrum Stade

Darmschleimhaut und -flora

Mikrobiologie des Darms

Es wird geschätzt, dass im Darm eines durchschnittlichen Erwachsenen insgesamt etwa 1000 Trillionen (1015) Bakterien leben, hauptsächlich in seinem Dickdarm. Das ist 100mal mehr als die gesamte Anzahl an Zellen im erwachsenen menschlichen Körper. Die Darmflora trägt etwa 700 Gramm zum Körpergewicht bei. Bei der Geburt ist der Darm steril. Die Besiedlung des Darms ist ein fortlaufender Prozess und kann in vier Phasen unterteilt werden.

  1. Phase I: anfängliche Besiedlung durch die Aufnahme von hauptsächlich aeroben Bakterien (E. coli, Enterococcus etc.) von der Mutter während der Geburt;
  2. Phase II: Herstellung der frühen Flora von der zweiten Woche nach der Geburt. Jetzt wird der Darm von Mikroorganismen besiedelt, die komplexe Kohlenhydrate aufspalten, und von aeroben und anaeroben Bakterien (Lactobazillen,Bifidobakterien). Das Neugeborene nimmt diese Bakterien in der Hauptsache durch direkten Hautkontakt und während des Stillens von der Mutter auf;
  3. Phase III: Besiedlung durch Mikroorganismen von anderen Nahrungsmitteln als Milch. Normalerweise sind diese Bakterien anaerobisch (Eubakterium, Fusobakterium, Megasphaera, Clostridium etc.). In dieser Phase wird die Situation des Erwachsenen erreicht. Es wird eine Art Gleichgewicht zwischen den vielen verschiedenen Mikroorganismen hergestellt;
  4. Phase IV: das Altersstadium. Bei älteren Menschen findet eine Verschiebung im Gleichgewicht zwischen aeroben und anaeroben Bakterien statt, mit einer Zunahme der Art Clostridium und einer Abnahme der Bifidobakterien.
    Der Sauerstoffverbrauch der aeroben Bakterien im Darm ist so hoch, dass anaerobe mit aeroben Bakterien in Symbiose leben und weiter aufspalten, was von der Nahrung übrig bleibt.


Bedeutung der Darmflora des menschlichen Wirts

Die Entwicklung des Magen-Darm-Trakts und des Immunsystems wird stark von der Darmflora beeinflusst. Daher ist bei Krebs, Allergien, chronischen Viruserkrankungen und anderen Krankheiten, die in einer Fehlfunktion des Immunsystems (Immundefizienz) wurzeln, Inhalt und Qualität der Darmflora überaus wichtig.
Auch die Aufnahme vieler Vitamine hängt von der Darmflora ab, wie Vitamin K und verschiedene Vitamine der B-Gruppe (B1, B2, B6, B12), Folsäure, Biotin, Niacin, Pantothensäure.


Bedeutung der Darmflora für Entwicklung und Funktion des Darm-Assoziierten Lymphgewebes (GALT)

Mit der Nahrung gelangen auch viele potentiell infektiöse Mikroorganismen und schädigende Stoffe (Antigene) in den Magen-Darm-Trakt. In den Schichten unter der Darmschleimhaut befindet sich gut entwickeltes Lymphgewebe (das Darm-Assoziierte Lymphgewebe oder GALT), um das Eindringen anormaler Mikroorganismen und Gifte zu verhindern. In keinem anderen Organsystem ist das Immunsystem so weit entwickelt und allgegenwärtig wie im Magen-Darm-Trakt. Die Peyer-Plaques sind ein gutes Beispiel für GALT. In der Lymphozyten-Population spielen vor allem T-Lymphozyten in der Schleimhaut und die Lamina propria eine wichtige Rolle bei der Verhinderung einer systemischen Immunreaktion auf Antigene in der Nahrung (orale Toleranz). Im Falle von Nahrungsmittelallergien, aber auch bei der Initiierung von Allergien über die Schleimhaut, etwa bei Heuschnupfen und Kontaktallergien, besteht eine Dysfunktion oder ein Mangel an GALT. Daher sollte im Falle von Allergien, die nicht durch die Einnahme bestimmter Nahrungsmittel ausgelöst werden, auch die Darmflora untersucht werden. Unter physiologischen Bedingungen synthetisieren Plasmazellen in GALT und scheiden IgA in das Lumen des Darms aus. Im Gegensatz zu allen anderen Klassen von Immunoglobulinen ist IgA resistent gegen viele endogene und bakterielle Proteasen und kann nicht aufgespalten werden, nachdem es in das Lumen ausgeschieden wurde. IgA funktioniert wie Antikörper-Bemalung und schützt die Schleimhaut vor dem Eindringen schädlicher Mikroorganismen und Gifte. Mit anderen Worten: IgA ist die erste Verteidigungslinie.
Die Ernährung hat sicher einen Einfluss auf das Funktionieren von GALT , daher wird im Zentrum für Tumortherapie Wert gelegt auf die Ernährung und die Aufnahme von Spurenelementen, Vitaminen und krebsvorbeugenden Pflanzenbestandteilen wie Acemannan, Phenole, Flavonoide etc. Die richtige Entwicklung des Immunsystems im Darm und eine ausgewogene Darmflora trägt viel zur Gesundheit und ihrer Erhaltung bei. Im Falle (chronischer) Krankheiten muss das Augenmerk vor allem auf die Zusammensetzung der verschiedenen bakteriellen Subpopulationen im Darm gelegt werden. Im Zentrum für Tumortherapie spielt auch Prävention eine wichtige Rolle. Daher wird auch auf die Zusammensetzung der Darmflora geachtet, da eine unausgewogene Flora mit der Zeit das Risiko erhöhen kann, Krebs, Allergien oder chronische Krankheiten zu entwickeln.


Veränderung des Milieus

Im Vergleich zu Pflanzen und Tieren sind Mikroorganismen außerordentlich flexibel in der Physiologie ihres Stoffwechsels. Teilweise liegt das in ihren Ausmaßen begründet. Im Durchschnitt enthält ein Bakterium weniger als 100.000 Proteinmoleküle. Wenn bestimmte Enzyme zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht gebraucht werden, werden sie einfach nicht produziert. Mikroorganismen haben ein außerordentliches metabolisches (anabolisches) Potential. Eine Kuh von 500 kg produziert pro Tag annähernd 1 kg Protein. Unter perfekten Bedingungen könnten 500 kg Mikroorganismen in der gleichen Zeit mehr als 10.000 kg Protein produzieren.
Der pH-Wert des Darmmilieus spielt eine wichtige Rolle für Stoffwechsel und Reproduktionspotential von Mikroorganismen. Der optimale pH-Wert des Darms (Kolon) ist unter 7,0. Normalerweise steigt der pH-Wert bei chronischer Krankheit und Krebs deutlich über 7,0. Daher muss der pH-Wert des Milieus in diesen Fällen gesenkt werden. Dies kann durch Änderung der Ernährung geändert werden, etwa durch Erhöhung der Einnahme von Ballaststoffen und Laktulose, auch von Lactobacilli, und durch Reduzierung der Einnahme von Proteinen.
Ballaststoffe und Laktulose sind normalerweise Pflanzenstoffe und bestehen aus einer Mischung von Zellmembranen und Zellulose, die von menschlichen Verdauungsprozess nicht weiter aufgespalten werden können. Eine ballaststoffreiche Ernährung senkt den Cholesterolspiegel im Blut und regt die Peristaltik an. Durch die erhöhte Darmmotilität wird die Passage der Nahrungsreste (Faeces) beschleunigt und so haben giftige Substanzen, wie etwa Gallensalze, freies Ammoniak, Psychopharmaka und Antibiotika, weniger Kontakt mit der Darmschleimhaut. So lässt sich erklären, warum eine ballaststoffreiche Ernährung das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, senkt.


Der Wert von ProBasan und ProEmsan-Ergänzungen

Bakterien wie Bifidobacillus und Lactobacillus senken den pH-Wert des Dickdarms und können die Behandlung von Krebspatienten und Patienten, die längere antimikrobielle Therapien erhalten haben, sinnvoll ergänzen.


Immunmodulation durch mikrobiologische Interventionen

Grundsätzlich macht jegliche therapeutische Immunmodulation nur bei solchen Erkrankungen Sinn, deren Ursache im Immunsystem selbst liegt, oder wo aufgrund von medizinischen Interventionen (antimikrobielle Therapien) die Darmflora schwerwiegend verändert wurde. Ein Parameter ist die IgA-Konzentration im Stuhl.
Durch Anwendung von ProEmsan und ProBasan kann das Milieu des Darmlumens, und somit auch GALT, positiv beeinflusst werden.